Unter den vielen Orten, die für das reiche Kulturerbe Korsikas stehen, gibt es nur wenige, die das Ausmaß des Palais des Gouverneurs erreichen. Diese beeindruckende Festung aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die sich in die Altstadt schmiegt, ist heute das Museum von Bastia.
Sobald der Spaziergänger das monumentale Louis-XVI-Tor der Zitadelle passiert hat, wechselt er in eine andere Zeit. Auf der Piazza di a Corte laden die engen, gepflasterten Gassen von Terra Nova zum Flanieren ein, aber sein Blick wird sofort von der Zugbrücke im Schatten des Torrione angezogen. Wenn er näher kommt, kann er hinter den schweren Steinmauern des Gouverneurspalastes den Eingang aus Glas und Stahl zum Museum von Bastia erahnen.
Der ehemalige Wohnsitz der ligurischen Würdenträger, ein wichtiger Ort in der genuesischen Geschichte Korsikas, war der jahrhundertealte Sitz der politischen Macht der Superba. Nach der französischen Annexion im Jahr 1768 erlitt der Palazzo die Angriffe der Zeit, wurde abwechselnd Sitz der Institutionen oder einfache Kaserne, wurde während des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Armee besetzt und teilweise zerstört, bevor er vom Feind verlassen wurde.
Seit seiner Wiedereröffnung im Jahr 2010 hat sich die historische Berufung des Museums von Bastia durchgesetzt. Die siebenhundertjährige Geschichte der Stadt steht zwar im Vordergrund, doch der ständige Rundgang durch das Museum zeigt den Willen der Institution, eine starke Museographie aufzubauen, die den historischen Reichtum Korsikas in seiner Gesamtheit widerspiegelt. Die schönen Künste stehen hier anmutig neben archäologischen Artefakten, die polychromen Hölzer der Seemannskisten neben denen der religiösen Statuen. Ein Teil der berühmten Sammlung von Kardinal Fesch bietet Juwelen der italienischen Schulen der Moderne.
Jedes Jahr arbeitet das Museum von Bastia mit Institutionen aus der ganzen Welt zusammen, um den Besuchern eine Sonderausstellung zu reichen und neuartigen Themen zu bieten, die die geografischen Grenzen der Insel der Schönheit überschreiten und ihre Weltoffenheit bezeugen.
Die Besucher können ihren kulturellen Spaziergang mit einem Halt in den hängenden Gärten des Museums, einem wahren grünen Schmuckkästchen am Rande der Stadtmauern, abschließen. Dort erwartet sie ein atemberaubender Blick auf den Alten Hafen von Bastia und die toskanischen Archipele, getreu dem Ruf Bastias als Stadt zwischen Meer und Bergen.