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Aktivitäten und Freizeit, Kultur

THÉATRE ALIBI / FABRIQUE DE THÉATRE

Das Theater von heute muss ein Theater sein, das von der Gegenwart erzählt, ein Theater, das zugleich historisch und zeitgenössisch ist, ein Theater, das aus dem Inneren der sich wandelnden Welt spricht und die Spuren betrachtet, die diese – manchmal grausame – Welt hinterlässt. Mit erhöhter Wachsamkeit gilt es für das Theater, nicht den Anschluss zu verlieren, sondern im Gegenteil voranzuschreiten, in einer unaufhörlichen Hinterfragung der aktuellen Geschichte, um neue Stimmen in einer neuen Sprache zum Klingen zu bringen und so ein lebendiges Schreiben im Dienste einer lebendigen Kunst zu bleiben.”

Das Ensemble hinterfragt seine Zeit, indem es sie auf die Bühne bringt.

Wir setzen darauf, dass man ein zeitgemäßeres und kontroverseres Theater schaffen kann, um dem Begriff “darstellende Kunst” seine umfassendste Bedeutung zu verleihen.

Dieser Ansatz kommt in den Eigenproduktionen der Compagnie, der Unterstützung anderer Künstlergruppen (Residenz in der „Fabrique“, Koproduktionen oder Gastspiele), der Teilnahme an internationalen Theaterfestivals sowie in den Fortbildungsangeboten und der Förderung von Amateurtheater zum Ausdruck.

Es ist von entscheidender Bedeutung, ja sogar notwendig, dass sich neben dem rituellen Theater, das sich mit Transzendenz und dem Heiligen befasst, neben einigen formalen Experimenten und schließlich neben der humanistischen Erinnerung an das große Repertoire ein Theater entwickelt, das in direktem Dialog mit seiner Zeit steht, ein rebellisches, kritisches Theater, das die aktuellen kollektiven Dramen im Blick hat und das Risiko eingeht, sich unmittelbar zu engagieren – inmitten des Unbehagens, das die ideologische Verwirrung unserer Zeit mit sich bringt.

Es wäre schädlich für die Lebendigkeit des Theaters, es dem Kino zu überlassen, uns von den brennenden Vororten, den arbeitslosen Arbeitern, der Unterdrückung, die die Ausgegrenzten niederschlägt, und den verschiedenen Kriegen zu erzählen, die unsere Träume von Brüderlichkeit zunichte machen.

Das hieße natürlich zu vergessen, dass Molière, Shakespeare, Marivaux, Labiche, Brecht (…) von ihrer Zeit sprachen, und den Eindruck zu erwecken, das Theater sei nach wie vor eine Kunst, die sich ausschließlich ihrer Vergangenheit zuwendet – ein snobistischer Ritus, der sich in erster Linie an die Wohlhabenden richtet.

Das Theater kann sich jedoch damit begnügen – und das ist gar nicht so schlecht –, modern zu sein, entschieden modern, – “absolut modern”, wie Rimbaud es ausdrückte –, das heißt zugleich seiner Zeit entsprechend und ihr voraus, zugleich erhellend und vorausschauend; ohne übermäßige Nostalgie für seine Vergangenheit, die zweifellos nur deshalb glorreich war, weil das Theater damals das Risiko einging, ein Zeitgenosse seiner Zeit zu sein.